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Kochen für wahre Männer
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Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, wer Du bist. Wer sind also die Mitglieder der amerikanischen Mafia? Erst einmal ist festzustellen, dass Mafiosi offenbar Heimweh nach der sizilianischen Küche ihrer guten, alten Heimat haben. Die Rezepte leben von den typischen Produkten Siziliens, wo Getreide- und Gemüseprodukte einen Schwerpunkt der Ernährung ausmachen. Wer schon auf Sizilien war und dort selbst schmecken konnte, wie wunderbar Tomaten, Artischocken, Paprika und andere Gemüse dort sind (Holland ist weit weg), muss sich fragen, ob alle der angegebenen Rezepte wirklich in der Fremde ihren Reiz entfalten können.
Das zweite, was auffällt, ist die Einfachheit der Rezepte, die in der Regel auf wenigen Zutaten aufbauen und auch in kurzer Zeit zu realisieren sind. Hier kochen halt Männer, wenn notwendig auch zwischen den Schusswechseln. Es ist effiziente Küche, die hier beschrieben ist. Und es ist undogmatische Küche, in der nicht immer alle Details wie Gewichtsangaben oder die Art des Schinkens fest definiert sind.
Das alles passt sehr gut zu den kurzen Einblicken, die das Buch in das Leben der amerikanischen Mafia erhält. Es soll also 250.000 Mafiosi in den Staaten geben, die deutlich mehr Umsatz und Gewinn machen als die größten, börsennotierten Konzerne des Landes. Der Namen einiger Rezepte und viele Begriffe des organisierten Verbrechens werden erklärt. Das klappt für die Wörter aus der italienischen Sprache sehr gut, die englischen Begriffe hat man leider übersetzt, was ihnen ein Teil der Faszination nimmt.
Musste man nun in dieses dünne Buch wirklich ein Loch schießen? Ehrlich gesagt, das ist der schwächste Witz in diesem Werk. Aber dies ist ein recht dünnes und preiswertes Buch mit Softcover, also hat man nicht zuviel zerstört. Guten Appetit!
Eine Rezension von Niclas Grabowski "niclas grabowski" > Berlin
vom 28. Juni 2007 |